Dr. holger Löhrer
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Nasennebenhöhlen

I. Informationen zum Krankheitsbild

Die Nasennebenhöhlen sind ein System von miteinander verbundenen Hohlräumen des Schädels, die in die Nasenhaupthöhle Sekret absondern und gleichzeitig von dort aus belüftet werden. Weitere anatomisch und funktionell wichtige Strukturen der Nasenhaupthöhle sind die Nasenscheidewand (Nasenseptum) und die Nasenschwellkörper (Nasenmuscheln). Der gesamte Nasenhaupt- und nebenhöhlenraum ist mit einer dünnen Schleimhaut (Epithel) ausgekleidet. Das Nasennebenhöhlensystem spielt eine wichtige Rolle bei der Befeuchtung der Atemluft, der Infekt- und Immunabwehr (z.B. Allergien), dem Geschmack- und Riechvermögen aber auch der Stimmbildung als Resonanzraum. Erkrankungen des Nasenraumes und Nebenhöhlen können vielfältige Symptome hervorrufen. Leitsymptome sind:

  • behinderte Nasenatmung
  • laufende Nase (Rhinorrhoe)
  • Riechstörung (Hyposmie)
  • Kopfschmerzen

II. Ursachen

Nasenscheidewandverkrümmung (Nasenseptumdeviation): Angeborene oder erworbene (z.B. durch Nasenbeinbruch, Unfall) Verbiegung der Nasenscheidewand

Nasenseptumperforation: Loch in der Nasenscheidewand. Meist durch wiederholte Ätzung bei Nasenbluten, nach Unfällen mit Eiterung des Nasenseptumknorpels oder bei chronisch entzündlichen Erkrankungen (z.B. Wegenersche Granulomatose, siehe "geradständige Nasenscheidewand")

Fremdkörper in der Nase: Bei Kindern häufig (Erbsen, Perlen, Glaskugeln)

Akute Rhinitis: „ Schnupfen“

Allergische Rhinopathie: allergisch bedingte Schwellung der Nasenschleimhäute und insbesondere der Nasenmuscheln (Nasenschwellkörper)

Vasomotorische Rhinopathie: Störung der Nasenschleimhautgefäße insbesondere der Nasenmuscheln. Oft wässriges Naselaufen bei Temperaturwechsel oder beim Essen.

Akute Sinusitis: Schleimhautschwellung und Verlegung der Zugänge zu den Nasennebenhöhlen. Daraus folgt meist eine Eiterbildung in den Nasenebenhöhlen.

Polyposis nasi: Ödematöse Schleimhautverdickung der Nasennebenhöhlen (meist Siebbein und Kieferhöhle) mit Verlegung der Nasengänge.

Chronische Sinusitis: langwierige, dauerhafte oder immer wiederkehrende Entzündung der Nasennebenhöhlen. Ursache ist die dauerhafte Verlegung der Zugänge der Nasennebenhöhlen, was zu einer Belüftungsstörung der betroffenen Nebenhöhle führt. Leitsymptome einer chronischen Sinusitis sind: Nasenatmungsbehinderung, Sekretfluß in den Nasenrachen, wiederkehrende Kopfschmerzen oder Druckgefühl über der Stirn, Riechstörungen oder nächtliches Schnarchen.

Tumore der Nase oder der Nasennebenhöhlen: sehr selten! Bei gutartigen Tumoren handelt es sich meist um Osteome, Papillome oder Fibrome. Bei bösartigen Tumoren findet man meist Plattenepithelkarzinome, Adenokarzinome oder noch seltener Osteosarkome und maligne Lymphome.

III. Diagnostik und Therapie in meiner Praxis

vordere Rhinoskopie:
Beurteilung der vorderen Nasenabschnitte mit einem Nasenspekulum


Nasenendoskopie
:
Untersuchung des Nasenhauptraumes und des Nasenrachens mit einem kleinen starren oder flexiblen Endoskopes. Hierdurch lassen sich alle tieferen Nasenabschnitte sehr gut untersuchen.

Rhinomanometrie:
Messverfahren zur objektive quantitativen Erfassung der Luftdurchlässigkeit der nasalen Atemwege (siehe "Auswertung einer rhinomanometrischen Messung")

 

 

 

 

Sonographie (Ultraschall) der Nasennebenhöhlen:
Mit dem Ultraschall können Schleimhautveränderungen (Entzündungen, Eiterspiegel, usw.) der großen Nasennebenhöhlen sehr gut dargestellt werden. Die Sonographie ist kein belastendes Untersuchungsverfahren und kann sehr schnell durchgeführt werden.