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Schluckstörungen (Dysphagie)

Informationen zum Krankheitsbild

Als Dysphagie bezeichnet man allgemein eine Schluckstörung, bei der die Nahrung entweder nicht normal geschluckt werden kann oder beim Schluckvorgang stecken bleibt und das Gefühl eines Hindernisses hinterlässt.  Eine Dysphagie kann im Bereich der Mundhöhle, allen 3 Etagen des Rachenraumes, im Kehlkopf oder in der Speiseröhre lokalisiert sein. Als Odynophagie bezeichnet man eine schmerzhafte Dysphagie. Beim sog. Globus pharyngis findet sich ein ständiges oder in Stresssituationen verstärktes Fremdkörpergefühl im Hals ohne Nachweis funktioneller oder organischer Ursachen. Typischerweise treten die Beschwerden beim Leerschlucken und weniger bei der Nahrungsaufnahme auf.

Die Diagnostik der Schluckstörungen hat in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Denn eine gestörte Nahrungsaufnahme schränkt nicht nur die Lebensqualität des Betroffenen erheblich ein, sondern beinhaltet auch die Gefahr eines Übertrittes von Lebensmittelanteilen in die Lunge, was wiederum zu einer Lungenentzündung mit Komplikationen führen kann. Durch die inzwischen sehr differenzierte Diagnostik lässt sich  eine Schluckstörung in ihrem komplexen Ablauf gut erkennen und die Störungsursache meist genau lokalisieren. Ein bewährtes Verfahren ist die endoskopische Farbschluckuntersuchung. Zudem sind je nach Ursache oft weitere interdisziplinäre Untersuchungen erforderlich wie zB die Videofluoroskopie (Radiologe), Kernspintomographie/ Computertomographie (Radiologe), Ösophagogastroskopie (Internist), Abklärung der Halswirbelsäule (Orthopäde) oder eine neurologische Untersuchung.

Ursachen

  • Entwicklungsmissbildungen (Gaumenspalten, Choanalatresie, Ösophagotracheale Fisteln, Brachyösophagus, Stenosen, Arnold Chiari- Syndrom)
  • Neurologische Erkrankungen (nach Schlaganfall oder ischämischem Insult, Sensibilitätsstörungen im Rachen- und Kehlkopfbereich, Hirnnervenlähmungen (meist IX und X), Bulbär- und Pseudobulbärparalysen, Parkinson- Syndrom, Polyneuropathien, Myasthenia gravis, degenerative Hirnerkrankungen)
  • Infektiöse Erkrankungen (Rachen- und Kehlkopfentzündungen, akute Tonsillitis, Abzesse im Rachenraum, Epiglottisentzündung, Aphten, Pilzerkrankungen (Candidose) im Rachen – und Speiseröhrenbereich)
  • Organische Veränderungen (Vergrößerung des Zungengrundes oder der Zungengrundtonsille, gutartige und bösartige Tumore in allen Bezirken des Mundraumes, des Rachens, des Kehlkopfes, der Speiseröhre aber auch des Halses z.B. der Schilddrüse, Laryngozele, Ösophagusdivertikel)
  • Rheumatische Erkrankungen (Sklerodermie, Morbus Crohn, Polychondritis, Sjögren- Syndrom, Sicca- Syndrom)
  • Muskel- und Skeletterkrankungen (Halswirbelsäulenerkrankungen (zB Spondylosis deformans der HWS, Forestier- Syndrom, reflektorische arthromuskuläre Störungen der HWS), Funktionsstörung des Kiefergelenks, Costen- Syndrom, Muskeldystrophien)
  • Nach Operationen oder Verletzungen und Unfällen (nach ausgedehnten Tumoreingriffen im Rachen- Hals- und Kehlkopfbereich, nach neurochirurgischen Operationen (meist Nervenausfälle)
  • Sonstige (nach Strahlentherapie, Speicheldrüsenerkrankungen, Aortenaneurysma, Eisen- Zink- und Folsäuremangel, Medikamente)