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Hörstörungen - Neugeborene

Informationen zum Krankheitsbild:

Zum Zeitpunkt der Geburt ist die Hörschnecke (Kochlea) ebenso angelegt wie der Hörnerv und die zentrale Hörbahn. Die weitere Entwicklung der Hörbahn erfolgt stufenweise, wobei sich die Verschaltung der Nervenzellen (Synaptogenese) und somit die Hörfähigkeit in Abhängigkeit von den auf das Gehör einwirkenden akustischen Reizen entwickelt.

Nach heutigem Kenntnisstand entwickelt sich die Hörbahn bis zum 10. Lebensjahr, doch die ersten Jahre gelten als die sensibelsten und wichtigsten. Fehlende akustische Reize führen zur auditorischen Deprivation, d. h. zur Verkümmerung der Hörfähigkeit.

Aufgrund des engen Zeitfensters ist eine Früherkennung von kindlichen Hörstörungen besonders wichtig. So liegt der optimale Zeitpunkt z. B. einer Hörgeräteversorgung bei einer angeborenen Innenohrschwerhörigkeit innerhalb des 1. Lebensjahres.

Ein normales Hörvermögen ist wesentliche Voraussetzung für den Spracherwerb eines Kindes und damit auch für die schulische und berufliche Entwicklung.

Ursachen kindlicher Hörstörungen:

Angeborene oder frühkindliche Hörstörungen:

In den meisten  Fällen  handelt es sich um eine Innenohrschwerhörigkeit mit einer Häufigkeit von 1: 1000 Geburten, bei hochgradiger Schwerhörigkeit , bzw. Taubheit ist das Verhältnis 2: 100 000. Risikofaktoren sind familiär gehäufte Hörstörungen, angeborene Fehlbildungen oder Syndrome, Infektionen während der Schwangerschaft (Röteln, Toxoplasmose, Zytomegalie, Listeriose) oder Alkohol und Medikamente. Auch eine Sauerstoffunterversorgung während der Geburt  oder ein Geburtsgewicht unter 1500 g gelten als Risikofaktoren, ebenso wie  Hirnhautentzündungen oder ototoxische (gehörschädigende) Medikamente in der frühen Phase nach der Geburt.